KlaWiki - Klavier und andere Tasteninstrumente

Effizientes Üben

Ohne Üben geht es leider nicht.....

Aber wenn Du effizient übst, kannst Du bereits mit täglich 15 Minuten etwas erreichen, soviel Zeit brauchst Du schon fast zu Zähneputzen.

Hier ein paar Tips, welche sich für mich bewährt haben:

1) Verabschiede Dich vom Perfektionismus.

Du lernst aus Freude an der Musik und nicht weil Du ein Konzertpianist werden willst. Ein kleines Kind, welches lesen lernt, liest auch nicht den ersten Satz 1000x bis zur Perfektion, sondern wenn es einen Satz gelesen hat, geht es zum nächsten. Am Klavier heisst das: Eine Passage 3x fehlerfrei gespielt, ist geübt. Die so "geübte" Passage kriegt einen Haken, damit alle sehen, dass sie geübt ist. Basta! Dann gehts zur nächsten Passage bis sie 3x ohne Fehler gespielt ist. Auf diese Art bringst Du an einem freien Abend ein 2 seitiges Stück locker durch, auch wenn es danach noch weit entfernt von perfekt ist. Das Kleben am Perfektionismus ist der Grund. warum uns "Für Elise" so zum Hals raushängt. Alle wollen es spielen, bleiben aber an den ersten Takten kleben, und so hören wir bis zur Vergasung diese ersten Takte und den wunderschönen Mittelteil kriegen wir nie zu Gehör. Du kommst rascher zum Ziel, wenn Du viele Stücke unperfekt kannst, als ein einziges perfekt.

2) Ruhen lassen

Eine tolle Nachricht für Faule. Ein auf diese Art "fadengeschlagenes Stück" darf man auch eine Zeit einfach ruhen lassen. Klappe die Noten zu, lege es weg, beschäftige Dich mit einem neuen Stück. Nach ein oder zwei Wochen gehst Du wieder auf das angeübte Stück zurück und wirst staunen. Es geht bereits etwas besser von der Hand. Es scheint, dass wir auch im Schlaf lernen. Das Zurückgehen, immer wieder mal ein altes Stück zurückholen, ist dabei wichtig.

3) Teile das Stück in Lernportionen ein und notiere einen Fingersatz

Der erste Schritt beim Einüben eines neuen Stückes ist das Einteilen in Lernportionen und des Festlegen des Fingersatzes. Eine Lernportionen kann -je nach Deinem Stand- ein Takt, ein Lauf, ein mehrtaktiges Thema sein.

4) Strebe nach Wohlklang, nicht nach Geschwindigkeit: Übe langsam. Die Geschwindigkeit kommt mit der Zeit von selbst.

5) Lieber zu kleine Portionen üben als zu grosse.

6) Möglichst rasch auswendig spielen: die Noten zuklappen, oder für diejenigen welche ein Stage-Piano mit separatem Notenständer benutzen: Stelle den Notenständer seitlich weg, so dass die Noten aus dem Blickfeld sind, aber durch einen Seitenblich jeweils für die nächste Lernportion zugängig. Auswendig spielen erleichtert die Automatisierung. Eine Grundvoraussetzung für flüssiges Spiel. Dabei sollte die Automatisierung nie stur werden, nie langweilig, sondern immer gestaltet und mit Freude gespielt.